Roscoff – L’Aber Wrac’h

Nach einem schmellen Früstück brechen wir also früh auf, um Rasmus noch ein Schnippchen zu schlagen und dem schlechten Wetter zuvor zu kommen. Zunächst scheint das auch zu gelingen, Wind mit 3-4 Beaufort und flaches Wasser versprechen einen guten Segeltag. Dank mitschiebender Tide laufen wir mit 8-9 Knoten in Richtung unsers Ziels.

Doch natürlich bleibt es nicht so. Der Wind legt zu auf 5-6, in Böen auch mal 7. Die zunächst gesetzte G4 tauschen wir gegen die Sturmfock, das Reff im Groß hatten wir bereits im Hafen eingebunden. Auch die Welle baut sich schnell auf und kommt auf 2-3 Meter, gelegentlich auch etwas mehr. Zudem setzt Dauerregen ein, der bei den kräftigen Wind sehr unangenehm ist. Es ist, als würde das Wetter nochmal alles zeigen, wa es drauf hat.

Der Vorteil diese Wetters ist, dass wir schon früh unseren Zielhafen erreichen. Als wir gerade Segel bergen haut uns Rasmus noch ein paar 8er Böen mit über 35 Knoten um die Ohren. Wir binden das Groß nur fest und sehen zu, dass wir in den Hafen kommen.

Kaum haben wir die Windabdeckung der Hafenmole erreicht, als auch schon der Regen aufhört, der Wind ein wenig nachlässt und sich die Sonne wieder zeigt. Typisch… Wir machen in Aber Wrac’h (fragt mich nicht, wie man das ausspricht) fest und richten uns auf einen Hafentag ein. Das Wetter soll am nächsten Tag schlecht bleiben, also ist mal wieder ausschlafen angesagt.

Da unser Früstück doch recht karg ausfiel gönnen wir uns eine schöne Vesper an Bord, bevor wir die heißen Duschen im Hafengebäude testen. Abends kehren wir noch in einem kleinen, aber feinen Restaurant im Hafen ein, wo wir wunderbar Essen, bevor wir uns aufs Boot zurückziehen.

Den nächsten Tag beginnen wir wie geplant mit Ausschlafen und Frühstücken. Im Hafen scheint es ruhig zu sein, doch ein Blick hinaus auf den Kanal zeigt Schaumkronen, so weit das Auge reicht. Wenn dann einmal eine Bö den Weg um die Hafenmauern findet pfeift es auch gewaltig durchs Rigg. Wir machen uns einen gemütlichen Tag und eine ausführliche Planung für den nächsten Tag.

Wir wollen uns wieder einmal vorbeimogeln, bevor die kurze Atempause vorbei ist und der Wind wieder zulegt. Aber die Wettervorhersage am Abend macht kurzen Prozess mit dem Plan, wir würden bereits unterwegs Böen mit mindestens 7 Beaufort von vorne bekommen. Also gibt es einen weiteren Hafentag.

Neben dem üblichen Faulenzen machen wir uns auch auf den Weg ins 1,5 km entfernte Dorf, um unsere Vorräte aufzufüllen. In einer Rôtisserie, die extra für uns aufmacht, überbrücken wir die Zeit, bis der Supermarkt öffnet. Mit unseren neuen Vorräten machen wir uns wieder auf zurück zum Boot, im Gänsemarsch mit den Plastiktüten bepackt durch den französischen Nieselregen. Mistwetter!

Abend gehen wir dann noch in eine gemütliche Crêperie zum Abendessen. Nach einem letzten Glas Rotwein an Bord geht es dann in die Kojen. Morgen wollen wir es endlich bis nach Brest schaffen…

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